Sky-Bundesliga-Abo als Werbungskosten

11.06.2019

Die Aufwendungen eines Fu├čballtrainers f├╝r ein Sky-Bundesliga-Abo k├Ânnen Werbungskosten bei den Eink├╝nften aus nichtselbst├Ąndiger Arbeit sein. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) f├╝r einen hauptamtlichen Torwarttrainer im Bereich des Lizenzfu├čballs entschieden.

Der Kl├Ąger bezieht als hauptamtlicher Torwarttrainer eines Lizenzfu├čballvereins Eink├╝nfte aus nichtselbst├Ąndiger T├Ątigkeit. Er schloss beim Pay-TV-Sender "Sky" ein Abonnement ab, das sich aus den Paketen "Fu├čball Bundesliga", "Sport" und "Sky Welt" zusammensetzte. Den Aufwand f├╝r das Paket "Bundesliga" machte er als Werbungskosten mit der Begr├╝ndung geltend, dass er die Bundesligaspiele ganz ├╝berwiegend nur zum Kenntnisgewinn im Zusammenhang mit seiner Trainert├Ątigkeit schaue. Finanzamt und Finanzgericht (FG) lehnten den Werbungskostenabzug ab. Das Sky-Bundesliga-Abonnement sei immer privat und nicht beruflich veranlasst, da der Inhalt des Pakets nicht vergleichbar einer Fachzeitschrift auf ein Fachpublikum, hier einen hauptamtlichen Fu├čballtrainer, zugeschnitten sei.

Auf die Revision des Kl├Ągers hat der BFH die Vorentscheidung aufgehoben und die Sache an das FG zur├╝ckverwiesen. Werbungskosten sind u.a. Aufwendungen f├╝r (immaterielle) Wirtschaftsg├╝ter, die unmittelbar der Erledigung beruflicher Aufgaben dienen. Die G├╝ter m├╝ssen ausschlie├člich oder zumindest weitaus ├╝berwiegend beruflich genutzt werden. Eine geringf├╝gige private Mitbenutzung ist unsch├Ądlich. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen ist unter W├╝rdigung aller Umst├Ąnde nach der Funktion des Wirtschaftsguts im Einzelfall festzustellen. Bei einem (Torwart)Trainer eines Lizenzfu├čballvereins hielt der BFH eine weitaus ├╝berwiegende berufliche Nutzung des Pakets "Bundesliga" jedenfalls nicht f├╝r ausgeschlossen. Da das FG dies, ohne weitere Feststellungen zu treffen, anders gesehen hatte, muss es diese nachholen. Zur Feststellung der tats├Ąchlichen Verwendung des Sky-Bundesliga-Abonnements durch den Kl├Ąger hat der BFH die Vernehmung von Trainerkollegen und von den Spielern angeregt.

(BFH, Pressemitteilung Nr. 27 vom 8.5.2019 zu Urteil vom 16.1.2019 - VI R 24/16